Sowohl in den Ozeanen als auch an Land agieren alle Aquakulturfarmen innerhalb bestehender Ökosysteme.

Ökosysteme sind geografische Gebiete mit unterschiedlichen Lebewesen, physischen und klimatischen Eigenschaften, biochemischen Prozessen sowie weiteren Naturphänomenen und menschlichen Aktivitäten, deren Zusammenspiel ein komplexes Gleichgewicht erzeugt.

Da die einzelnen Bestandteile eines Ökosystems in der Regel als funktionelle Einheit miteinander in Wechselwirkung stehen, kann jeder anhaltende und nachteilige Eingriff in dieses System das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Es verliert dadurch im schlimmsten Fall seine Fähigkeit, das natürliche Leben und die in ihm lebenden Menschen zu ernähren.

Im Rahmen der ASC-Zertifizierung wird eine Vielzahl von Daten zum gegenwärtigen Zustand des Ökosystems aus verschiedenen Quellen und von verschiedenen Stakeholdern zusammengetragen und analysiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es, den zukünftigen Zustand des Ökosystems vorauszusagen und verschiedene Strategien zu entwickeln, um die negativen Auswirkungen einer Farm zu minimieren. Sie tragen zum Schutz, zur Verbesserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit des Ökosystems bei.

Analyse und Beurteilung des Ökosystems

Das Zusammentragen der Daten und die Beurteilung des ökologischen Fußabdrucks einer Farm erfolgen durch unabhängige Experten. Sämtliche Daten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um Stakeholder in die Lage zu versetzen, gemäß ihren Vorstellungen ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen.

Um die Gesundheit der lokalen Ökosysteme aufrechtzuerhalten, müssen ausreichend relevante Daten erfasst werden, einschließlich Daten vor Ort, damit eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung des Zustands des betreffenden Ökosystems sowie der Auswirkungen der Farm erfolgen kann.

Der ASC hat umfassende Standards mit strengen Anforderungen erarbeitet, um sicherzustellen, dass natürliche Lebensräume und die lokale Artenvielfalt geschützt und gegebenenfalls verbessert werden. Mehr als 100 Kriterien werden derzeit von diesen Standards erfasst, u. a. folgende:

  • Zulässiger Einflussbereich
  • Auswirkungen auf Meeresböden
  • Schutz kritischer bzw. sensibler Lebensräume
  • Wasserqualität
  • Mangrovenaufforstung

Beispiele dafür, wie die ASC-Standards zum Schutz, zur Verbesserung und Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen

Zulässiger Einflussbereich: Obergrenze für den ökologischen Fußabdruck

Da in der Aquakultur mit gewissen ökologischen Auswirkungen gerechnet werden muss, kommt ein zulässiger Einflussbereich zum Einsatz, um dem ökologischen Fußabdruck einer Farm strenge Grenzen zu setzen. Über den zulässigen Einflussbereich hinaus darf es keine messbaren Auswirkungen des Farmbetriebs auf den Meeresboden oder das Wasser geben.

Die Lachszucht mit ihren Netzkäfigen ist ein Beispiel, bei dem ein zulässiger Einflussbereich erforderlich ist. Die Fischzucht in Netzkäfigen wird mit einer Reihe potenzieller ökologischer Belastungen in Verbindung gebracht. Beispielsweise gelangen Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff durch Ausscheidungen der Fische sowie durch den Abbau des überschüssigen Futters ins Wasser und können schädliche Mengen erreichen, die die massenhafte Vermehrung von Algen (Algenblüte) begünstigen.

Der ASC-Lachsstandard erfordert einen äußerst strengen zulässigen Einflussbereich, der eine Obergrenze für den ökologischen Fußabdruck festlegt. Er erfordert Wasserproben sowohl innerhalb als auch außerhalb des Einflussbereichs, um die in der Umgebung von Farmen im Wasser gelösten Nährstoffe zu überwachen. In allen Fällen werden die zulässigen Einflussbereiche anhand glaubwürdiger und robuster Modellierungssysteme definiert, die strenge Analysen beinhalten, um zu bestimmen, an welchen Stellen Partikelablagerungen auftreten.

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