Konsumenten von Fisch und Meeresfrüchten in Deutschland haben im internationalen Vergleich ein besonders hohes Bewusstsein für die Verschmutzung der Meere und weitere Nachhaltigkeitsthemen rund um das Lebensmittel Fisch. Es ist daher nicht überraschend, dass 74% ist der Meinung, dass wir zum Schutz der Ozeane nur Meeresprodukte aus nachhaltigen Quellen konsumieren dürfen.

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage unter 1.000 deutschen Konsumenten von Meeresprodukten, die von Globescan im Auftrag des Aquaculture Stewardship Council (ASC) zu ihren Kaufgewohnheiten und Ansichten befragt wurden.* Die Studie war Teil einer größeren internationalen Umfrage unter mehr als 10.000 Verbrauchern in sieben wichtigen Ländern (USA, Kanada, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Japan und China).

Was macht verantwortungsvolle Fischzucht aus?

In der Umfrage sagten 77% der Fischkonsumenten in Deutschland, dass sie Fischzuchtbetriebe unterstützen, die Kunststoffabfälle minimieren – das war der höchste Anteil der sieben untersuchten Länder. Mehr als drei Viertel (78%) der befragten Deutschen bewerteten auch faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Lieferkette als sehr wichtig.

Externe Überprüfung von Nachhaltigkeitsaussagen gefordert

Folglich sagen 62% der Konsumenten, dass sie lieber in Geschäften einkaufen, in denen viele verantwortungsvolle Produkte angeboten werden, und knapp drei Viertel (74%) meinten, dass sie von Unternehmen mehr Informationen über die Nachhaltigkeit ihrer Produkte erhalten möchten. Diese müssen allerdings glaubwürdig sein: So sind mehr als vier Fünftel (83%) der Befragten der Ansicht, dass Nachhaltigkeitsversprechen von Unternehmen durch unabhängige Label – wie es das ASC-Logo ist – verifiziert werden müssen. Rund die Hälfte der Befragten (52%) gaben an, dass sie beim Einkauf aktiv auf Nachhaltigkeitslabel achten. Dies sind mehr als in den Niederlanden und Frankreich, den anderen europäischen Märkten, die im Rahmen der ASC-Studie befragt wurden.

Es ist daher nicht so verwunderlich, dass das ASC-Logo bei deutschen Verbrauchern einen durchaus beachtlichen Wiedererkennungswert hat, obwohl es erst seit wenigen Jahren im Markt ist. 36% gaben an, das Label schon oft oder immer wieder gesehen zu haben. Unter den jüngeren Verbrauchern im Alter von 18–34 war die Wiedererkennung mit 40% sogar noch höher. Diese Verbraucher konnten auch angeben, welche Mission ASC verfolgt. Bei der Beantwortung der offenen Frage, wofür das Logo ihrer Meinung nach stehe, waren die drei häufigsten Assoziationen die Nachhaltigkeit der Meere, kontrollierte Aquakultur sowie Zertifizierung und das Setzen von Standards.

„Diese Ergebnisse zeigen eines sehr deutlich: Die deutschen Konsumenten haben im internationalen Vergleich ein sehr hohes Bewusstsein für die Umweltprobleme rund um das Lebensmittel Fisch. Deswegen fordern sie von Unternehmen in diesem Bereich besonders viel Verantwortung und sind gleichzeitig bereit, selbst zu handeln, um etwas zu bewegen“, sagt Barbara Janker, General Manager ASC für Deutschland, die Schweiz und Österreich. „Wir beim ASC sind überzeugt, dass verstärkte Kundennachfrage essentiell ist, um verantwortungsvollere Praktiken in der Aquakultur zu fördern. Daher sind diese Ergebnisse sehr ermutigend. Produzenten, Einzelhändler und Organisationen wie der ASC müssen zusammenarbeiten, um das große Interesse der Deutschen für Umwelt- und Gesellschaftsfragen zu nutzen und dafür zu sorgen, dass sie eine große Auswahl haben, wenn es um verantwortungsvoll produzierte Meeresprodukte geht.“

Unterschiedliche Geschmäcker und Präferenzen

Die Umfrage ergab ferner, dass die Geschmäcker in den einzelnen Ländern verschieden sind, wenn es um Meeresprodukte geht. So verzehren die Deutschen mehr Dosen-, Konserven-, eingelegte und tiefgefrorene Meeresprodukte als die Befragten jedes anderen Landes. 67% der deutschen Konsumenten gaben an, regelmäßig Meeresprodukte in Dosen, Konserven oder eingelegter Form zu kaufen. Weltweit sind dies 44%. Des Weiteren kaufen 64% der deutschen Verbraucher regelmäßig tiefgefrorene Meeresprodukte (weltweit sind dies 53%). Interessant ist auch, dass die Hälfte der deutschen Konsumenten von Fisch und Meeresfrüchten keine Präferenz zwischen Wild- oder Zuchtfisch haben – im Gegensatz zu Frankreich, wo die gleiche Anzahl an Konsumenten Wildfisch bevorzugt.

* Globescan befragte im Sommer 2019 1.000 deutsche Konsumenten von Meeresprodukten. Konsumenten von Meeresprodukten sind definiert als Verbraucher, die in einem Haushalt leben, in dem in den letzten zwei Monaten jemand Fische, Algen oder Meeresfrüchte gekauft hat, und/oder die regelmäßig zu Hause oder in einem Restaurant Meeresprodukte essen. Die Daten sind nach der demographischen Zusammensetzung des Landes, also Alter, Geschlecht und Bildung, gewichtet.

Published on
Donnerstag, 30 Januar 2020
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