In seiner Eigenschaft als Initiator und Koordinator der „Aquakultur-Dialoge“ fungierte der World Wide Fund for Nature (WWF) als Wegbereiter für den ASC.

Die so genannten „Aquakultur-Dialoge” waren Gespräche, die formell ab 2004 verschiedenste relevante Interessenvertreter am runden Tisch zusammen brachten, um:

  • verifizierbare Anforderungen in Bezug auf Umwelt- und soziale Auswirkungen zu definieren, mit dem Ziel, die wichtigsten negativen Auswirkungen der Fischzucht zu reduzieren oder eliminieren, dabei aber für alle Interessensvertreter akzeptabel zu bleiben,
  • Empfehlungen für Standards zu entwickeln, die einerseits eine Erfüllung der entsprechenden Anforderungen garantieren, es andererseits aber der Aquakulturbranche erlauben, ökonomisch existenzfähig zu bleiben.

Die Aquakultur-Dialoge waren universell angelegt, mit bewusstem Fokus darauf, die negativen Schlüsselauswirkungen von Aquakultur auf Umwelt und soziales Umfeld zu minimieren. Jeder Dialog resultierte dabei in Standards für eine oder mehrere der großen Zuchtspezies-Gruppen, die, wissenschaftlich fundiert, leistungs- und metrikbezogen sowie global auf verschiedene Produktionssysteme anwendbar waren, unabhängig von deren Art, Standort und Größe.

Die Aquakultur-Dialoge mündeten in Standards für zwölf Speziesgruppen: Lachs, Garnelen, Tilapia, Pangasius, Forellen, Abalone, zweischalige Muscheln (Venusmuscheln, Miesmuscheln, Austern und Jakobsmuscheln), Seriola und Cobia. Diese erste Selektion an Fischen und Meeresfrüchten erfolgte basierend auf ihren Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft, ihren Marktwert und dem Ausmaß, in dem sie international gehandelt werden.

Nach mehrjährigem Prozess wurde zunächst der Tilapiastandard im Dezember 2009 finalisiert, im August 2010 folgten der Pangasiusstandard sowie der Standard für Muscheln.

Die Organisation Aquaculture Stewardship Council wurde 2010 von der niederländischen “Sustainable Trade Initiative” IDH und dem WWF Niederlande gegründet. Der ASC wurde als unabhängige, nicht-kommerzielle Organisation ins Leben gerufen mit der Aufgabe, sowohl die bereits kreierten Standards für jede der zwölf Speziesgruppen zu betreiben und weiterzuentwickeln, als auch künftige Standards zu schaffen, je nach Bedarf und Nachfrage am Markt.

2011 wurden die ersten vier Standards (Pangasius, Tilapia, Abalone und Muscheln) offiziell an den ASC übergeben, um von diesem künftig betrieben zu werden. Im Jahr 2012 wurden die ersten Farmen zertifiziert: Am 15. August die erste Tilapiafarm in Indonesien und ungefähr ein Monat später, am 11. September, die erste Pangasiuszucht in Vietnam. Das erste ASC-zertifizierte Produkt fand man am 21. September in den Regalen.

Seit seiner Gründung hat der ASC ein eigenes System etabliert, um die ursprünglichen Standards aus den Aquakultur-Dialogen weiter zu entwickeln, zu operationalisieren, zu verwalten, überprüfen und in regelmäßigen Abständen zu überarbeiten. Damit dies auf glaubwürdige Weise geschieht, werden alle Standards nach dem ISEAL “Alliance Code of Good Practice” für soziale und Umwelt-Standards erstellt..

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