Unser Monitoring und Evaluierungssystem (Monitoring and Evaluation System, M&E)  wurde mit der Absicht konzipiert, einen Rahmen für die Messung der Auswirkungen und positiven Veränderungen, die unsere Standards für die Umwelt, die Arbeitsbedingungen der Farmmitarbeiter und die lokalen Gemeinschaften bedeuten, bereitzustellen. 

Unser M&E-System beinhaltet folgende Aspekte:

  • Formulieren und festlegen auf unsere Theorie der Veränderung
  • Festlegen eines M&E-Rahmens
  • Definition von Ergebnisketten mit gewollten Veränderungen und ungewollten Folgen
  • Einrichten eines Datenmanagementsystems
  • Festlegen von Messgrößen zur Überwachung und Bewertung dieser Veränderungen und Folgen
  • Entwicklung eines Systems, um unser Programm im Laufe der Zeit anzupassen

Um die Effekte und Notwendigkeit unserer Arbeit zu beweisen, haben wir ein Monitoring und Evaluierungssystem  eingerichtet, das mit dem ISEAL Kodex der guten Praxis zur Bewertung der Auswirkungen von Sozial- und Umweltstandards (Code of Good Practice for Assessing the Impacts of Social and Environmental Standards) in Einklang steht.

Der erste M&E-Bericht des ASC: Positive Auswirkungen

Der ASC hat seinen ersten M&E-Bericht veröffentlicht. Dieser macht sich umfassende Analysen von Farmdaten und Fallstudien von ASC-zertifizierten Farmen zunutze, um die Auswirkungen des ASC-Programms sowie Trends in Bezug auf die Leistung zertifizierter Farmen in aller Welt zu identifizieren. Laden Sie den vollständigen Bericht hier herunter oder lesen Sie weiter für eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

Inklusion von allen Interessensvertretern von Anfang anReichweite +

Der ASC wurde offiziell im Jahr 2010 gegründet, die erste Farm erhielt ihre Zertifizierung 2012. All das nahm seinen Anfang mit einer ganz besonderen, 2004 ins Leben gerufenen Kooperation von Wissenschaftlern, Akademikern, Nichtregierungsorganisationen und Vertretern der Aquakulturbranche. Diese identifizierten gemeinsam mehr als 100 ökologische und soziale Anforderungen – basierend auf wissenschaftlich fundierten Kriterien – für die Aquakulturbranche. Jede Farm muss nachweisen, dass sie diese Anforderungen dauerhaft erfüllt, um zertifiziert zu werden.

Wichtige Meilensteine in der Wachstumsgeschichte des ASC +

2004–10: Entwicklung der Standards: Entwicklung artengruppenspezifischer Standards durch Multi-Interessensverteter-Dialoge

2010–12: Gründung des ASC: Gründung durch den World Wildlife Fund (WWF) USA, mit Unterstützung der Initiative für nachhaltigen Handel (IDH) und des WWF Niederlande (2010) und Übergabe der ersten 4 Standards an den ASC (2011), Zertifizierung der ersten Farmen (2012)

2012–15: Die ersten fünf Jahre: Bis 2015 hatte der ASC sich zunehmend etabliert und konnte schnell Erfolge erzielen: 148 zertifizierte Farmen, über 2.500 Produkte mit dem ASC-Logo und mehr als 500.000 Tonnen an ASC-zertifiziertem Fisch und Meeresfrüchten

2015–20: Die nächsten fünf Jahre: Schnelles Wachstum mit neuen Standards für weitere Arten; Entwicklung des Futterstandards und der Gruppenzertifizierung; mehr als 1000 zertifizierte Farmen, beinahe 18.000 Produkte und fast 2 Millionen Tonnen an zertifiziertem Fisch und Meeresfrüchten; Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Organisationen

Der ASC und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen +

Es ist allgemein anerkannt, dass der schnell wachsende Aquakultursektor das Potenzial hat dringende Probleme der Welt zu mindern. Dieses Wachstum muss jedoch auf verantwortungsvolle Weise erfolgen, um gefährdete Ökosysteme, die Rechte der Arbeitnehmer sowie lokale Gemeinschaften zu schützen.

Beschaffung und Erwerb von ASC-zertifizierten Produkten mit dem charakteristischen Logo unterstützen eine verantwortungsvolle Aquakultur, die direkt und indirekt einen wesentlichen Beitrag zu den meisten der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen leistet. Die ASC-Zertifizierung trägt u. a. zur Erreichung der folgenden Ziele bei:

  • SDG 2: Kein Hunger 
  • SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen 
  • SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 
  • SDG 10: Weniger Ungleichheiten
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion 
  • SDG 14: Leben unter Wasser 
  • SDG 15: Leben an Land 
  • SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Verbesserte Umweltbilanz von Farmen +

Verbesserungen, die von Züchtern gefordert werden, um Konformität mit dem Standard nachzuweisen, werden während des Zertifizierungsverfahrens dokumentiert und sidn auf der ASC Webseite öffentlich einsehbar.

Die Auswertung der Daten hat u. a. Folgendes ergeben:

  • Futtermittel: Zusammenarbeit von Farmern mit Futterherstellern – haten eine Änderung des Sourcings zur Folge. Indische Garnelenfarmen nutzen so z.B. verstärkt Fischmehl aus Resten oder fisheries improvement projects
  • Energieverbrauch: erstmals konsistente Aufzeichnung des Energieverbrauchs (z.B. Indien und Vietnam) 
  • Krankheitsprävention: Bessere Biosicherheitsmaßnahmen (Abschirmen der Farm vor Prädatoren) 
  • Effizienterer Einsatz von Fischmehl und –öl: Reduktion des FM-Anteils von 15,4% in 2015 auf 12,3% in 2018 bzw.und des FO-Anteils von 10,1 zu 8,7% (Lachsbetriebe) 

Eine unabhängige Studie belegt einen reduzierten Verbrauch von Süßwasser, Land und anderen Ressourcen sowie geringere Auswirkungen auf die Umgebungsluft und das Umgebungswasser für ASC-zertifizierte Pangasiusfarmen im Vergleich zu nicht zertifizierten Farmen. Die Studie schließt mit folgendem Fazit: „… durch Anwendung des ASC-Zertifizierungssystems konnten wesentlich geringere Umweltbelastungen hinsichtlich bestimmter ressourcen- … und emissionsbezogener Kategorien … erzielt werden dank erhöhter Zuchteffizienz (d. h. geringerer eFCR-Wert) und der Reduzierung stickstoffhaltiger Emissionen.“

(Nhu t.t. et al. (2016). Environmental impact of non-certified versus certified (ASC) intensive Pangasius aquaculture in Vietnam, a comparison based on a statistically supported LCA. Environmental Pollution, Dez. 2016, 219:156–165. http://dx.doi.org/10.1016/j.envpol.2016.10.006)

Verbesserung von Arbeitnehmerrechten und sozialen Bedingungen +

ASC-zertifizierte Farmen konnten auch die Bedingungen für ihre Mitarbeiter verbessern:

  • Gesundheit und Sicherheit wurden durch bessere Schulung, Bereitstellung von Ausrüstung und Renovierungen der Wohnbereiche verbessert.
  • Vertragliche Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern, einschließlich eines besseren Krankenversicherungsschutzes, klar und verständlich formulierter. Überstunden wurden reduziert und Vertragsbedingungen und Transparenz bei der Lohnfestsetzung, wurden von den geprüften Farmen erfüllt und entsprechend dokumentiert.

„Traditionelle Farmtätigkeiten sind äußerst hart und anstrengend und das Arbeitsumfeld ist schlecht. Die ASC-Zertifizierung und die ASC-Anforderungen können die Produktions- und Wohnumgebung der Mitarbeiter verbessern, sodass sie mit Würde arbeiten können und regelmäßig und fair entlohnt werden.“ Wu Yongshou, President, Fujian China-Singapore Evervest Co., Ltd.

  • Fallstudieninterviews liefern zusätzliche Belege für diese Verbesserungen. Die ASC-zertifizierte Garnelenfarm von Best Aquaculture Partners in Thailand berichtet von mehr Transparenz und Schulungen bezüglich Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie verstärkten Gesundheits- und Sicherheitsschulungen. In China hat die Abalone-Farm von Fujian China-Singapore Evervest keine Mühen gescheut, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, beispielsweise durch den Bau neuer Unterkünfte und die Bereitstellung von Sonnenschutz und Erste-Hilfe-Sets:

„Wir haben unsere Arbeitszeiten stärker an die nationalen und internationalen Standards angepasst. Die Lohnberechnungen erfolgen jetzt auf transparente Weise und alle Mitarbeiter wurden darin geschult, die ihnen zustehenden Leistungen und Rechte zu verstehen und zu berechnen.“ Piyanan Sangmani, Assistant Farm Manager, thailändische Garnelenfarm von Best Aquaculture Partners

Sicherheit und Vertrauen bezüglich des ProduktuUrsprungs und der Lieferkette von ASC-Produkten +

Die Integrität des ASC-Programms wird durch seine robuste Lieferkettenzertifizierung und verwandte Maßnahmen bewahrt. Die zahlreichen qualitätssichernden Maßnahmen entlang der Lieferkette – von der Farm bis hin zum Endprodukt – geben Händlern und Verbrauchern Sicherheit bezüglich des Ursprungs und der Aufzucht ihrer Produkte.

Alle Farmprüfungen werden von unabhängigen und akkreditierten Zertifizierern durchgeführt. Die umfassenden Standards erfordern Transparenz und die Einbindung von Interessensvertretern während des gesamten Zertifizierungsprozesses. Als ordentliches Mitglied der ISEAL Alliance müssen unsere Standards wissenschaftlich fundiert sein und die Best-Practice-Richtlinien von ISEAL erfüllen. Um die  Effektivität und Robustheit des ASC-Programms sicherzustellen, arbeiten wir zudem kontinuierlich an der weiteren Verbesserung unseres Standards. Dazu bedienen wir uns eines Revisionsprozesses, der Einführung zusätzlicher Standards, der Überwachung und Bewertung unserer eigenen Arbeit sowie der Analyse von Daten, die zur Erweiterung des Wissens über die Leistung von Aquakulturfarmen weltweit beitragen.

„Das ASC-Programm erschien uns als das robusteste und glaubwürdigste Programm im Bereich Aquakultur ... Der ASC-Standard enthält Anforderungen, die sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigen, und die Produktkettenzertifizierung ermöglicht zudem Transparenz und Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette.“ Ola Nyrinder, Sustainability Developer bei IKEA Food

Generierte Marktanreize +

Die globale Marktpräsenz des ASC ist das Ergebnis der zahlreichen Beziehungen, die wir in den Märkten für Fisch und Meeresfrüchte in aller Welt aufgebaut haben. Dabei werden Produkte in mehr als 80 Ländern von über 2.500 Lieferkettenunternehmen vertrieben oder verarbeitet. Angefangen beim stark zunehmenden Engagement von Einzelhändlern und Lebensmitteldienstleistern in Europa, haben sich globale Unternehmen wie Lidl, IKEA und Nomad Foods Europe verpflichtet, weltweit ASC-zertifizierte Produkte zu führen. Verpflichtungen zur Beschaffung von verantwortungsvoll gezüchtetem Fisch und Meeresfrüchten mit ASC-Zertifizierung wurden auf Amerika, Asien und Australien ausgeweitet. Dies alles sind nicht zu übersehende Zeichen für die enorme Unterstützung, die wir von unseren Lieferkettenpartnern erfahren – ein wesentlicher Faktor für das Wachstum des ASC-Programms.

Das weltweit erste Produkt mit dem ASC-Logo, ein von der niederländischen Marke Queens vertriebenes Pangasiusprodukt, kam im September 2012 in den Niederlanden auf den Markt. Seitdem hat sich die Zahl der ASC-Produkte weltweit auf nahezu 18.000 (Stand Ende 2019) erhöht, was einem Zuwachs von über 380 % innerhalb von fünf Jahren entspricht.

Mehr Züchter implementieren ASC-Standards +

Einhergehend mit der Zertifizierung von immer mehr Züchtern werden negative Folgen für die Umwelt abgeschwächt und soziale Verbesserungen gefördert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des M&E Berichtes werden jährlich 2 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte aus verantwortungsvoller Bewirtschaftung von 1.134 zertifizierten Farmen in 42 Ländern produziert – nahezu eine Verfünffachung in nur fünf Jahren. Wir gehen davon aus, dass dieses Wachstum anhalten wird, und arbeiten an der weiteren Verbesserung des Programms, indem wir beispielsweise das von unseren Standards erfasste Artenspektrum erweitern und über unser ASC Improver Programme kleinen Züchtern den Zugang zum Programm erleichtern.

Wichtige Projekte, durch die wir unseren Einfluss bereits erweitern konnten, sind u. a. die Entwicklung eines Futterstandards und einer Methode zur Gruppenzertifizierung sowie der gemeinsam mit MSC entwickelte Algenstandard.

ASC-Programms fördert Zugang zu MärktenAkzeptanz +

Die Analyse der Prüfberichte von ASC-zertifizierten Lachsfarmen in Norwegen, Chile und Kanada zeigte kontinuierliche Verbesserungen, beispielsweise in Bezug auf Überarbeitung von Managementplänen für die Fischgesundheit oder die Veröffentlichung der Todesfälle unter Wildtieren.

Die ersten, im Rahmen der Fischereikooperative Miyagi in Japan zertifizierten Austernfarmen stellten fest, dass sie dank der Zertifizierung Zugang zu neuen Märkten erhielten. Ihre Verkaufserlöse stiegen im Vergleich zu Austernproduzenten aus anderen Regionen schneller und die Zertifizierung erfüllte die Züchter mit einem Gefühl von Erfolg und Stolz. Die auf der Farm umgesetzten Veränderungen führten zu einer Erhöhung von Produktionsvolumen und Produktqualität, verbesserten Arbeitsbedingungen sowie reduzierten Umweltbelastungen. Dank effizienterer Produktionssysteme profitierten viele der weiblichen Beschäftigten von mehr Freizeit bei gleichbleibendem Einkommen.

„Ich denke, die größte Veränderung, die wir erfahren haben, ist, dass die Transformation hin zu einer verantwortungsvollen Aquakultur und der Erwerb der ASC-Zertifizierung die Einnahmen durch eine Verbesserung der Qualität erhöht hat, die Arbeitszeiten reduziert und dazu beigetragen hat, neue Züchter für den Beruf zu interessieren.“
Fujio Abe, Direktor der Zweigstelle Shizugawa der Fischereikooperative von Miyagi

Ausblick
Die hervorgehobenen positiven Auswirkungen dienen als Machbarkeitsnachweis für den ASC als treibender Faktor für ökologische und soziale Verbesserungen in der Aquakultur. Wir werden das ASC-Programm jedoch weiter stärken und ausweiten, um den Wandel hin zu ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung zu beschleunigen. Ein Projekt, für das wir uns ganz besonders engagieren, ist das ASC Alignment Project. Dieses hat zum Ziel, einen neuen vereinhetilichten Farmstandard zu entwickeln, der aktuelle Inhalte integriert, dabei jedoch gleichzeitig maßgeschneiderte produktions- und artenspezifische Messgrößen und Anforderungen beibehält. Darüber hinaus erweitern wir den Umfang unseres Programms auf die Futterproduktion und arbeiten an der Unterstützung von Maßnahmen zur Verbesserung des Fischwohls und des Krankheitsmanagements in der Aquakulturbranche.

Wir arbeiten mit innovativen Partnern zusammen – darunter der Sustainable Fisheries Partnership, das Seafood Watch-Programm des Monterey Bay Aquariums und Fair Trade USA –, um die Integration unserer Programme zu fördern mit dem Ziel, die Kosten für Produzenten zu reduzieren und Interessensvertreter kompaktere und verständlichere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Wir haben unser GIS-Portal (Geographic Information Systems) eingeführt, um präzisere Daten zu Farmstandorten und -grenzen zu sammeln und zu teilen, die Prüfer und Interessensvertreter unterstützen und neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erschließen werden.

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