Die ASC-Standards sind das Ergebnis der so genannten „Aquakultur-Dialoge“. Über einen Zeitraum von acht Jahren fand eine Serie von “Runden Tisch”-Gesprächen auf allen Kontinenten statt – mit mehr als 2.000 Experten, Produzenten, Unternehmen der Lieferkette, sozialen wie Umwelt-NGOs und Wissenschaftlern. 

Nähere Informationen zur Entwicklung dieser Standards finden Sie unter Etablierung erster Standards.

Die acht aktuellen ASC-Standards beschäftigen sich mit zwölf verschiedenen Speziesgruppen: Abalone (Seeohr), zweischalige Muscheln (Venusmuscheln, Miesmuscheln, Austern und Jakobsmuscheln), Forellen, Pangasius, Lachs, Garnelen, Tilapia, Seriola und Cobia (Offiziersbarsch). Sie wurden ausgewählt, weil ihre Zucht große Auswirkungen auf die Umwelt hat und ihr internationaler Marktwert ebenfalls hoch ist. Seit November 2017 gibt es außerdem einen übergreifenden ASC-MSC-Standard für Algen.

Zuchtstandards

 

Die ASC-Standards umfassen sowohl die wichtigsten umweltbezogenen als auch die sozialen Auswirkungen der Zucht.

  • Umwelt

Aus ökologischer Sicht müssen Zuchtbetriebe nachweisen können, dass sie unerwünschte Auswirkungen auf Umwelt und Artenvielfalt aktiv reduzieren. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Fischbestand und den natürlichen Ressourcen wie Wasser.

  • Soziales

Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung müssen Farmen gerecht werden, indem sie gewissenhaft agieren, das heiβt den Mitarbeitern einen guten und sicheren Arbeitsplatz im Einklang mit den Kernarbeitsnormen der ILO bieten und Rücksicht auf die Anrainer und umliegenden Gemeinden nehmen.

Glaubwürdige Standards

Der ASC betreibt eine Reihe von artenspezifischen Umwelt- und Sozialstandards für verantwortungsvolle Aquakultur und entwickelt diese laufend weiter. Dabei hält sich der ASC an strikte internationale Vorgaben für Zertifizierungsprogramme, wie z.B. die Richtlinien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und den Code of Good Practice von ISEAL[1](International Social and Environmental Accreditation and Labelling).

Bei der Entwicklung der Standards wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sie:

  • sich im Einklang mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie guter Praxis befinden.
  • leistungsbasiert und – wo möglich – durch metrische Indikatoren definiert und somit messbar sind. Im Gegensatz zu prozessorientierten Standards, die die Implementierung von Prozessen und Managementsystemen überprüfen, müssen ASC-zertifizierte Betriebe nachweisen, dass sie den konkreten Ausstoß der Produktion verringern.
  • von einer diversen, aber ausgewogenen Gruppe an Beteiligten aus aller Welt geschaffen werden, um globale Akzeptanz und Anwendbarkeit sicher zu stellen.
  • die „Schlüssel-Auswirkungen“ verringern – und zwar soweit, wie es die am besten betriebenen Zuchtbetriebe bereits erreichen. So wird die Machbarkeit gewährleitet und gleichzeitig ein Ansporn für die Mehrzahl der Farmen geschaffen, die derzeit noch nicht auf diesem Niveau arbeiten.

Haben Sie Fragen oder Feedback zu den ASC-Standards? Dann füllen Sie bitte einfach das Formular aus und schicken es an das „Standards and Science Team“ unter standards@asc-aqua.org.

[1] ISEAL steht für International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance und ist eine Organisation, die definiert, welche Merkmale ein glaubwürdiges Nachhaltigkeitslabel aufweisen muss – mit dem Ziel, diese Standards kontinuierlich zu verbessern. Neben ASC verpflichten sich Zertifizierungssysteme wie Fairtrade, MSC, Rainforest Alliance und UTZ dazu, die strengen Kriterien von ISEAL einzuhalten. www.isealalliance.org

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