Schlecht geführte Tilapiazuchten werden mit einer Vielzahl von Problemen in Verbindung gebracht. Tilapien sind sehr anpassungsfähig, das Entweichen von Fischen aus Zuchtbetrieben kann daher schwerwiegende Folgen für den Wildbestand haben.

Wenn Verschmutzungen nicht gering gehalten und die Wasserqualität nicht konstant kontrolliert wird, erhöht sich das Risiko von Krankheiten. Die ASC-Zertifizierung hilft Zuchtbetrieben, diese negativen Auswirkungen auf ein Mindestmaß herabzusetzen.

  • Ökologische Vielfalt

ASC-zertifizierte Tilapiazuchten reduzieren unerwünschte Auswirkungen auf die Ökosysteme vor Ort in vielerlei Hinsicht, etwa durch die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Sie setzen gezielt Maßnahmen, um ihr Wassereinzugsgebiet sauber zu halten. Gefährdete Arten dürfen nicht zu Schaden kommen. Das Entkommen von Fischen muss auf ein Minimum reduziert werden, beispielsweise durch das Anbringen von Kiemennetzen, um entweichende Fische wieder einzufangen. ASC-zertifizierte Farmen dürfen nicht in Feuchtgebieten angesiedelt sein, die nach 1999 umgewandelt wurden.

  • Futter

Die Zertifizierung nach ASC-Standard schreibt Tilapiazuchten vor, den Anteil an Wildfisch im Futtermittel auf strenge Grenzwerte zu limitieren. Ferner muss die vollständige Rückverfolgbarkeit zu einer verantwortungsvollen Quelle gewährleistet sein, die im Idealfall zertifiziert ist.

  • Verschmutzung

ASC-zertifizierte Tilapiafarmen müssen regelmäßig verschiedene Wasserwerte messen (Stickstoff, Phosphor, Sauerstoffgehalt etc.) sowie innerhalb vorgegebener Grenzwerte bleiben. Der Zuchtbetrieb darf die Wasserqualität im angrenzenden Gewässer nicht nachteilig beeinflussen.

  • Krankheiten

ASC-zertifizierte Tilapiafarmen müssen durch eine Anzahl von Maßnahmen den Ausbruch von Krankheiten so gering wie möglich halten. Gemeinsam mit einem Tierarzt muss präventiv ein „Fischgesundheitsplan“ erarbeitet werden. Die Anwendung von Medikamenten ist nur als letzte Option und nur nach Verordnung durch den Veterinär erlaubt; außerdem dürfen nur Medikamente eingesetzt werden, die in den Nachfragemärkten zugelassen sind. Alle Behandlungen müssen offengelegt werden. Zuchtbetriebe müssen so geführt sein, dass eine hohe Überlebensrate sichergestellt wird.

  • Soziale Aspekte

Die Zertifizierung nach ASC-Standard umfasst strenge Vorgaben, die auf den Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation (ILO) basieren. Demnach ist jegliche Form von Kinder- und Sklavenarbeit verboten. Alle ASC-zertifizierten Farmen stellen ein sicheres Arbeitsumfeld dar, in dem Angestellte einen angemessenen Lohn erhalten und geregelte Arbeitszeiten haben. Darüber hinaus gehört auch der regelmäßige Austausch mit angrenzenden Gemeinden zur zeitnahen Lösung von möglichen Beschwerden und Konflikten zu den Anforderungen an eine ASC-Zucht. Den umliegenden Gemeinden muss Zugang zu Grund und Boden, Trinkwasser und Fischgründen gewährt werden.

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